Sonntag, 23. April 2017

[Rezension] Eva-Maria Silber - Niemandsmädchen

Eva-Maria Silber - Niemandsmädchen


Mein Dankeschön geht an die Autorin und Midnight by Ullstein für das Zurverfügungstellen dieses spannenden E-Books.




Angaben zum E-Book:
Titel: Niemandsmädchen
Autorin: Eva-Maria Silber
ISBN: 978-3-95819-090-0
Erscheinungsdatum: Oktober 2016
Preis: 3,99 EUR
Verlag: Midnight by Ullstein


Inhalt:
Eine neue Kommissarin ermittelt in Ostfriesland – Der erste Fall für Hannah Adams.

Als Schwester Melanie das Krankenzimmer betritt und der jungen Mutter ihr Neugeborenes überreicht, blickt diese sie nur aus leeren Augen entsetzt an. Kurz darauf sind Mutter und Kind wie vom Erdboden verschluckt. Kriminalkommissarin Hannah Adams macht sich auf die Suche nach den beiden. Unterstützt wird sie dabei von der engagierten Staatsanwältin Leyla Zapatka. Fast zeitgleich kollabieren im ostfriesischen Etzel drei Erdgaskavernen. Während die Bevölkerung im Umkreis der Katastrophe evakuiert wird, versuchen die beiden Frauen, das Baby zu retten – vor seiner eigenen Mutter.


Autorin:
Eva-Maria Silber, geboren 1959 in Friedlos bei Bad Hersfeld, studierte in Gießen Jura und arbeitete als Rechtsanwältin und Strafverteidigerin im Großraum Frankfurt am Main, bevor sie 2010 ihren Beruf wegen hochgradiger Schwerhörigkeit aufgeben musste. Nach zwanzig Jahren Pendeln zwischen ihrem Wirkensort und Ostfriesland, lebt sie jetzt endlich mit ihrem Mann an der Nordseeküste in Funnix bei Wittmund, sechs Kilometer vom Meer entfernt. Seit sie nicht mehr ihrem Beruf nachgehen kann, schreibt sie Krimis und Thriller. Ihr Debüt-Roman »Endstation A4« erschien 2014, weitere Veröffentlichungen folgten. 2016 belegte sie den zweiten Platz bei einem Kurzgeschichtenwettbewerb des Chiliverlages.

Quelle: Midnight by Ullstein


Meine Meinung:
Die Autorin Eva-Maria Silber bat mich bereits Anfang Januar, ihr neuestes Buch "Niemandsmädchen", erschienen bei Midnight by Ullstein, zu rezensieren. Da mich das Genre ansprach und der Klappentext jede Menge Spannung versprach, sagte ich damals zu, mit dem Hinweis, dass es wohl April werden würde, bis ich es lesen könnte. 
Nun, der April ist schon bald wieder um und ich habe es endlich geschafft, das E-Book zu lesen. Und ich muss gleich sagen, ich konnte es kaum noch aus der Hand legen. Auch wenn ich nur schwer nachvollziehen kann, wie es soweit kommen kann, dass eine Mutter ihr Neugeborenes nicht liebt, sondern es loswerden will, war der Krimi doch fesselnd bis zum Schluss.
Allerdings fand ich es schade, dass die Story über das Gasleck in einer Gasbetriebsanlage nicht wirklich mit der Geschichte des Babys verwoben wurde. Es lief beides parallel, aber dadurch hätte man die Gasleck-Story auch einfach weglassen können.


Schreibstil:
Aus wechselnden Perspektiven wird von den verschiedenen weiblichen Figuren berichtet. Der Leser erhält dadurch einen Rundumblick und ist den Figuren immer eine Schritt voraus.


Charaktere:
Leyla Zapatka, die junge Staatsanwältin, ist eine tolle Figur. Sie zeigt Menschlichkeit, Schwäche, aber auch extreme Stärke, wenn es drauf ankommt. Adams ist der weibliche Rambo und grober Klotz. Sie ist lange eher unsympathisch, wird am Ende aber dann doch noch etwas weicher.

Die Antagonistin ist ein fast unmenschlich gezeichnetes Wesen und für normal denkende Menschen ist es unbegreiflich, wie eine Mutter so handeln kann.
Die Männer im Krimi haben durchweg negative Charaktere. Sie sind allerdings zumeist Nebenfiguren.


Mein Fazit:
Dieser Krimi widmet sich einem sehr schwierigen Thema und ich muss zugeben, dass mir diese Rezension schwer gefallen ist, weil mir die richtigen Worte fehlen. Dieses Buch wirkt bei mir (die selbst noch keine Kinder hat) bereits nach, aber für frisch gebackene Muttis muss es doch sehr verstörend sein. Daher kann ich jede Mutter verstehen, die diesen Krimi besser nicht lesen will.
Es ist ein sehr Charakter bezogener Kriminalroman, der von den Abgründen und Geheimnissen seiner Figuren lebt.

Ich vergebe 4 von 5 Sternen, da mir die beiden Handlungstränge nicht gut genug verwoben waren. Außerdem sollte unbedingt noch mal ein Korrektorat durchgeführt werden. Es gab einige Rechtschreib- bzw. Grammatikfehler, die mich beim Lesen zum Stolpern brachten.

Alles in allem ein toller Krimi, den ich allen weiterempfehlen kann, die starke Nerven haben. Er hat wirklich Potential zur Fortsetzung.


Bewertung:  4 von 5 Sternen

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