Freitag, 20. Oktober 2017

[Messebericht] #FBM17

Frankfurter Buchmesse 2017 - Ein Bericht

Die Frankfurter Buchmesse 2017, meine 14. FBM und doch etwas Besonderes für mich, im Positiven wie im Negativen. Doch alles der Reihe nach.
Als alter FBM-Hase habe ich mir natürlich vorher wieder einen Plan erstellt mit allen Terminen, die mich interessieren. Dass man sowieso nie alle besuchen kann, muss ich hier eigentlich nicht erwähnen und so war es auch in diesem Jahr. Doch es gab trotzdem genug, was ich euch nun berichten kann.
Los ging es für uns am Freitag Morgen gegen acht Uhr (ich bin gemeinsam mit einer Freundin, Theresa, hingefahren).
Da ich mit WortKunstSalat im Vorfeld besprochen hatte beim Treffpunkt der #notalonefbm17 Leute dabei zu sein, haben wir uns direkt zu Halle 3 und raus auf die Agora begeben. Dort gab es ein großes Hallo mit tollen Bloggerinnen und sogar die ARD hat uns interviewt und ein Foto geschossen für den Liveticker der Hessenschau. Hier findet ihr den Link zum Foto.

Endlich ging es über das Gelände.
Beim KOSMOS Verlag musste ich als eingefleischter "Drei Fragezeichen"-Fan natürlich halt machen, wie jedes Jahr. Und natürlich habe ich auch gleich wieder etwas für den Weihnachtswunschzettel gefunden. 


Ein EXIT-Game mit Aufgaben der "Drei Fragezeichen". Ich mag EXIT-Games sehr gerne (die die man in ganzen Räumen spielt) und bin daher neugierig, wie wohl solche Kartenspiele funktionieren, auch weil sie ja als Einwegspiele ausgelegt sind.
Mittags ging es in Halle 3.1 zur Verleihung des ersten Buchblog Awards #bubla17 


und gewonnen haben Kaffeehaussitzer und LiterarischerNerd. Dafür dass überwiegend Bloggerinnen auf der Shortlist standen, sind es leider zwei Blogger geworden. Ich mag den Kaffeehaussitzer gerne, deshalb fand ich es nicht so schlimm, hätte es aber tatsächlich Bröselchen von Brösels Bücherregal mehr gegönnt. Aber das ist wohl auch einfach Geschmacksache. Übrigens habe ich nach der Veranstaltung auch kurz mit Babsie von TheBlueSirenBlog sprechen können.
Dann ging es weiter durch die Hallen. Und am Stand von WERKHAUS habe ich etwas Lustiges entdeckt. Ein Toilettenhaus. Seht selbst.



Weiter ging es in den französischen Pavillon. Leider habe ich mein Handy nicht richtig einstellen können, so dass die Bilder überbelichtet sind. Daher verzichte ich besser darauf sie zu posten.
Gruselig fand ich übrigens diesen Struwwelpeter. Da ist die deutsche Version ja geradezu harmlos.


Dafür gab es wieder jede Menge tolle Illustrationen von Benjamin Lacombe. Vor allem "Alice im Wunderland" hat mir gefallen.


Zum Abschluss des wirklich gelungenen Tages haben wir uns die Lesung von Paula Hawkins zu ihrem neuen Buch "Into the Water" angesehen und sie hat zwei Fans hinzugewonnen.




Samstag bin ich alleine zur FBM gefahren. Es war deutlich mehr los auf dem Messegelände, aber alles lief super und so kam ich pünktlich zur Vorablesen-Veranstaltung, zu der ich eingeladen war. Emily Bold las aus ihrem neuen Roman "Der Duft von Pinienkernen" und es war einfach toll. Sie war zwar echt aufgeregt, machte das mit ihrem Charme aber gleich wett und wer von uns ist vor so vielen Leuten nicht auch aufgeregt.


Mittags habe ich mich mit Ella und Nehlian von Bücherweltenwanderer getroffen und so verquatscht, dass wir 3 Stunden im Azubi Bistro gesessen haben ohne die Zeit im Blick. Wir haben zwar ein paar Autoren und Veranstaltungen verpasst, dafür aber ein wunderbares Gespräch geführt.
Als ich sie zur Open Stage brachte, weil dort Sebastian Fitzek auftreten sollte, habe ich noch folgendes Bild gemacht:


Jetzt könnte man meinen, die stehen dort alle wegen Fitzek, doch weit gefehlt. Die meisten wollten ein Autogramm von Cassandra Clare.



Beim Rowohlt Verlag war ich am Stand eingeladen zur Präsentation von Andreas Winkelmanns Thriller "Housesitter". Dort angekommen, wurden wir eingeladenen Blogger herzlichst empfangen. Es gab Kuchen, Schnittchen, Kaffee und Wasser. Die Leute vom Verlag waren super nett und der Autor plauderte aus dem Nähkästchen.



Vom Tumult zwei Gänge weiter haben wir nichts mitbekommen. Im Gegenteil, die Veranstaltung bei Rowohlt war so toll, dass wir komplett die Zeit vergessen haben. Für mich war dieser Termin wirklich ein gelungener Abschluss des zweiten Messetages.
Erst zu Hause bekam ich mit, was sich währenddessen zwei Gänge weiter ereignet hatte. Ich möchte an dieser Stelle allerdings nicht den Namen des rechtsorientierten Verlags nennen, denn ich möchte mit meinem Blog einem solchen Verlag keine "Werbeplattform" bieten. Wir wissen schließlich alle, dass auch negative Schlagzeilen eben Schlagzeilen sind und dieser Verlag hat genügend Aufmerksamkeit zurzeit.
Trotzdem möchte ich aber ein paar allgemeine Gedanken zu rechtsextremen Verlagen äußern (das ist hier nur meine Meinung). Natürlich ist die Meinungsfreiheit ein hohes Gut, aber gerade mit einer nationalsozialistischen Vergangenheit, wie Deutschland sie hat, muss man auch als Veranstalter der Frankfurter Buchmesse Verantwortung übernehmen und darf sich nicht hinter der Meinungsfreiheit verstecken. Ich selbst war wie gesagt bei den Ereignissen nicht dabei, kann daher dazu nicht wirklich etwas sagen. Fakt ist aber, dass jegliche Gewalt auf einer Buchmesse nichts zu suchen hat und dass solche Personen des Ortes verwiesen werden sollten. Da ja bereits im Vorfeld klar war, dass es zu Provokationen kommen würde, verstehe ich nicht, dass es wirklich dazu kommen musste. 
Rechtsextremismus auf Buchmessen wird wohl leider noch häufiger ein Thema sein und ich kann nur hoffen, dass die Leipziger für März aus den Fehlern der Frankfurter lernen wird. Denn es ist auf einer Buchmesse für vielen Platz, aber nicht für menschenverachtendes, ausländerfeindliches Gedankengut.


Kommentare:

  1. Erschreckend was sich auf der Messe abspielte ... Schockierend welches Bild sich durch die verschiedenen Blogbeiträge und Nachrichten zusammen stellt und ich bin fast schon froh nicht vor Ort gewesen zu sein.

    Aber schön das du ebenso oder grundlegend positive Erinnerungen mitbringen konntest. Mareike (Bücherkrähe) hat auch wunderbar formuliert, warum viele davon erst im Nachhinein erfuhren, obwohl manch einer gar in der gleichen Halle war.

    Ich hätte mir die "Alice"-Ausgabe direkt gekauft und ich wäre so gern mit dir und Nadine übers Gelände geschlendert! Aber ein wenig Messegefühl hast du mir ja geschickt, auch hier nochmals lieben Dank dafür!! :-*

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    1. Ja, mir war gar nicht bewusst, dass nur 2 Gänge weiter so etwas passiert, während ich fröhlich Kuchen futter und einem spannenden Thrillerautor lausche.
      Oh ja, mit dir wäre ich auch super gerne übers Gelände gegangen. Na, vielleicht klappt das irgendwann mal. Will auch auch gerne irgendwann mal nach Leipzig fahren zur Buchmesse.

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    2. Nächstes Jahr - nicht lang warten & Vorhaben direkt umsetzen ;-*

      Kann mir bei der Masse Mensch sehr gut vorstellen, das viele wirklich erst im nachhinein erfuhren was gefühlt direkt nebenan passierte

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